Der Schock bei den Eintracht-Verantwortlichen über den Gewaltausbruch eines einzelnen Akteurs des SC Victoria Hamburg am Rande der Norddeutschen Meisterschaft der Ü-Fußballer im Sportpark Blanke saß auch am Sonntag noch tief.
„Wir haben uns am Sonntag getroffen, um den Sportpark nach der Veranstaltung wieder auf Vordermann zu bringen. Neben der sportlichen Bewertung unserer Vizemeisterschaft gab es dabei natürlich nur ein Thema: den Gewaltausbruch eines Einzelnen beim Ü32-Turnier“, berichtet Michael Siemer vom Organisationsteam.
„Dieser Vorfall ist unentschuldbar und stellt die gesamten Bemühungen unseres Vereins, dieser Norddeutschen Meisterschaft den Rahmen zu geben, den sie verdient, in den Schatten“, ergänzt Eintracht-Vorstand Luis da Costa.
Der Verein hatte bereits im Dezember mit den Vorbereitungen begonnen und viel Herzblut, Detailarbeit und zahlreiche Arbeitsstunden in die Durchführung der Veranstaltung investiert. Schon bei der Begrüßung zum Turnierbeginn erhielt Vereinsvertreter Michael Siemer viel Beifall. Die Teilnehmer zeigten sich von den bereits im Vorfeld bereitgestellten Informationen sowie dem auf Hochglanz polierten Gelände und den Umkleideräumen beeindruckt. Zudem präsentierten sich alle drei Spielflächen der Bedeutung der Meisterschaft entsprechend in erstklassigem Zustand.
„Wir haben in der gesamten vergangenen Woche nach Abschluss der Saison geschuftet. Kurz vor dem Turnier wurden noch Grassoden verlegt, Duschköpfe gereinigt und die Bänke in den Kabinen erneuert. Es wurde gestrichen, gewienert und ausgetauscht – alles, damit die Gäste unsere Sportanlagen am Abend unabhängig vom sportlichen Erfolg mit einem Lächeln verlassen. Und dann passiert so etwas“, zeigt sich da Costa auch am Montag noch entsetzt.
„Dass es bei einem wichtigen sportlichen Turnier auf dem Spielfeld auch einmal zur Sache geht, lässt sich nicht vermeiden. Dass aber ein Spieler einen anderen außerhalb des Spielfeldes derart brutal angreift, ist unentschuldbar und gehört strafrechtlich verfolgt. Ich hoffe, dass dieser Mann nie wieder an einem geregelten Spielbetrieb teilnehmen darf“, sagt Turnierorganisator Michael Siemer. Gemeinsam mit da Costa ließ er dem Spieler noch vor Ort durch die Polizei ein Stadionverbot überbringen.
Dabei spiele es keine Rolle, was zuvor im sportlichen Wettkampf passiert sei. Besonders bitter: Für die Familien der Teilnehmer war ebenfalls viel vorbereitet worden. Zudem stellte die Jugendabteilung Ballkinder für das Turnier.
„Ich hoffe nur, dass keines der Kinder diesen Vorfall bemerkt hat“, fügt Jugendleiter Jochen Wandscheer hinzu.
„Wir freuen uns aber sehr, dass sich alle Mannschaften – einschließlich des SC Condor – bei uns bedankt und das gesamte Drumherum sehr gelobt haben. Darauf sind wir im Verein sehr stolz und glücklich. Das lassen wir uns auch von niemandem kaputt machen“, sagt Luis da Costa.
Dabei sollten Fußballer in diesem Alter spätestens Vorbilder sein, denn gerade der Alt-Herren-Fußball zeigt, dass der Vereinssport lebenslange Freundschaften ermöglicht und Gemeinschaft fördert. Die Ü50 des SV Eintracht ist dafür ein echtes Vorbild.