Von Michael Siemer
Am Montag verstarb im Alter von 94 Jahren in seiner zweiten Heimat am Timmendorfer Strand unser langjähriger Vereinsvorsitzender und erster – und bis heute einziger – Präsident des SV Eintracht Nordhorn, Heinz Buscher.
Von 1992 bis 2005 führte er den Verein mit Herz und Leidenschaft. Schon kurz nach der Gründung des damaligen SV 45 Nordhorn am 29.12.1945 trat Heinz Buscher als junger und sportbegeisterter Mensch unserem Verein bei. Er entwickelte schnell eine große Leidenschaft für den Fußball als aktiver Sportler und wurde später zu einem treuen Begleiter und Förderer unserer ersten Mannschaft. Mit seinen Weggefährten aus dem damaligen Satellitenverein Concordia traf er sich noch Jahrzehnte später.
Sein Engagement in der Vereinsführung begann Anfang der 1990er-Jahre als Beiratsmitglied im Förderkreis der damaligen Oberliga-Mannschaft. Wenig später übernahm er dessen Leitung und brachte sich als 2. Vorsitzender an der Seite des im Februar dieses Jahres ebenfalls verstorbenen damaligen Vorsitzenden Friedel Witte mit großem Einsatz in die Vereinsarbeit ein.
Auch wenn sein Herz besonders für die erste Mannschaft schlug und er ihren sportlichen Erfolg mit außergewöhnlichem persönlichem und finanziellem Engagement unterstützte, verlor Heinz Buscher nie den Blick für den gesamten Verein. Er pflegte den engen Kontakt zu allen Abteilungen und wusste, dass ein erfolgreicher Verein auf einem starken Fundament beruht. Besonders die Jugendarbeit lag ihm am Herzen.
Gleichzeitig stellte ihn die erfolgreiche Zeit der Oberliga und später der hochklassig besetzten Regionalliga Nord mit Vereinen wie Hannover 96, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück sowie den zweiten Mannschaften des Hamburger SV und Werder Bremen vor große Herausforderungen, die er als Kopf eines kleinen, aber schlagkräftigen Teams mit beeindruckender Leidenschaft und unermüdlichem Einsatz annahm.
Als späterer Ehrenpräsident gehörte Heinz Buscher weiter zu den treuesten Mitgliedern unseres Vereins. Der SV Eintracht war für ihn weit mehr als ein Sportverein – er war ein Teil seines Lebens. Bis ins hohe Alter verfolgte er mit großem Interesse jede Entwicklung seines Vereins.
Mit leuchtenden Augen erzählte er von den großen Erfolgen, aber auch von den schwierigen Zeiten. Wer ihn kannte, wusste jedoch, dass ihn vor allem die Erinnerungen an die glorreichen Momente immer wieder begeisterten.
Sein Engagement beschränkte sich dabei nie auf finanzielle Unterstützung. Heinz Buscher war über viele Jahre eine der prägenden Persönlichkeiten unseres Vereins. Sein Zuhause in Brandlecht und sein Firmensitz an der Enschedestraße waren Treffpunkte für Funktionäre, Trainer, Spieler und Sponsoren. Zahlreiche Mannschafts- und Sponsorenabende fanden dort in herzlicher Atmosphäre statt.
An seiner Seite stand dabei stets seine Ehefrau Ute. Mit großer Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Verständnis unterstützte sie ihren Mann über all die Jahre hinweg. Ohne ihre Rückendeckung und ihre Bereitschaft, sein außergewöhnliches Engagement mitzutragen, wäre vieles nicht möglich gewesen. Ihr Anteil an seinem Wirken verdient ebenso unseren Dank und unsere Anerkennung.
Untrennbar mit Heinz Buschers Namen verbunden bleibt auch der Ausbau des Stadions am Heideweg mit der großen Tribüne. Mit Weitblick, Überzeugungskraft und Beharrlichkeit setzte er sich dafür ein, der Grafschaft Bentheim Fußball auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Von dieser Vision profitiert unser Verein bis heute. Auch zahlreiche Jugend-Länderspiele hätten ohne die damals geschaffenen Rahmenbedingungen niemals in Nordhorn stattfinden können.

Für viele Sportler und Ehrenamtler war Heinz Buscher weit mehr als ein Vereinspräsident. Er war Ratgeber, Motivator und Wegbegleiter. Zahlreiche Menschen verdanken ihm wichtige Impulse für ihren sportlichen, beruflichen und persönlichen Lebensweg.
Seine unternehmerischen Erfolge ermöglichten ihm dieses außergewöhnliche Engagement. Er war mutig, entschlossen und von unerschütterlichem Optimismus geprägt. Sein oft zitierter Satz „Der Zweitplatzierte ist der erste Verlierer“ spiegelte seinen Anspruch wider, stets nach dem Bestmöglichen zu streben. Auch wenn die Ziele manchmal hochgesteckt waren, verstand er es wie kaum ein anderer, Menschen zu begeistern und mitzunehmen. So gelang es, mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln Erfolge zu feiern, die den Namen des SV Eintracht Nordhorn weit über die Grenzen der Grafschaft hinaus bekannt machten und bis heute unvergessen sind.
Mit großer Leidenschaft sammelte Heinz Buscher über Jahrzehnte Dokumente und Erinnerungsstücke zur Geschichte unseres Vereins. Diese einzigartige Sammlung übergab er im Jahr 2019 dem Grafschafter Museumsverein, der ihn dafür zum Ehrenmitglied ernannte. Zu den besonderen Exponaten zählt unter anderem das Originalplakat des legendären Meisterschaftsspiels des Hamburger SV in der Bernhard-Niehues-Kampfbahn – ein Sportereignis, das mit rund 18.000 Zuschauern bis heute als ein unvergesslicher Höhepunkt der Sportgeschichte unseres Landkreises gilt.
Mit Heinz Buscher verliert der SV Eintracht Nordhorn einen außergewöhnlichen Menschen, einen Visionär, Förderer und Freund. Sein Wirken hat unseren Verein nachhaltig geprägt und wird untrennbar mit seiner Geschichte verbunden bleiben.
Unsere Gedanken sind bei seiner Ehefrau Ute, seinen Söhnen und Enkeln sowie allen Angehörigen.
Der SV Eintracht Nordhorn wird Heinz Buscher ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Vermächtnis lebt in unserem Verein weiter.
