Der historische Erfolg
Zu belegen ist es nicht. Aber, wenn wir in die Analen des Grafschafter Fußballs eintauchen, dann ist das, was die Ü 50- Fußballer des SV Eintracht am vergangenen Wochenende im Berliner Olympia-Park erreicht haben, wohl der größte Erfolg einer Grafschafter Fußballmannschaft. Das es am Ende nicht zum Deutschen Meister-Titel gereicht hat, lag an der Winzigkeit eines Tores oder einer klasse Parade des gegnerischen Torhüters zu viel.
Das knappe Finale
Zwei Siege, zwei Unentschieden und die gleiche Tordifferenz. Am Ende entschieden die mehr geschossenen Tore des neuen Titelträgers aus Frankfurt das Endklassement. 9:5 gegen 7:3. Warum zählen die geschlossenen Tore eigentlich mehr, als die verhinderten, die Ausdruck von Überlegenheit sind? Naja, weil eben das Erzielen von Toren der Sinn des Spieles ist.
Emotionen pur
Tränen der Enttäuschung und Stolz über das Erreichte wechselten sich bei Spieler und Staff ab. Der überragende Erfolg der Mannschaft um Kapitän Victor Carvalho und Trainer Jochen Philipp brach sich in den Köpfen der 40-köpfigen Reisegruppe nur langsam Bahn. Zuerst bei den Fans, die immer wieder aufbauend tätig waren. Doch immer wieder hörte man die Worte: „Nur ein Tor! Nur ein verdammtes Tor!“ Was wäre gewesen, wenn.
Der Turnierverlauf – Tag 1
Am Sonnabend, nach dem Sieg zum Auftakt gegen Bernburg und dem Unentschieden gegen den ewigen Angstgegner aus Leiwen noch Tabellenführer mit der Gewissheit beim gemeinsamen abendlichen Dinner mit den anderen Teams, dass das Team noch nicht bei 100 % des Leistungsvermögens angekommen war.
Der entscheidende Sonntag
Dann der Start am Sonntag um 10 in der Früh, gegen das, sagen wir mal, ekelige Team aus Frankfurt. Aggressiv und voller Siegeswillen zeigte sich der spätere Turniersieger. Der bereits gelb verwarnte Torhüter griff sogar einen Nordhorner Zuschauer hinter seinem Tor an. Der Schiedsrichter beließ es bei einer weiteren Ermahnung. Es zeigte aber, dass die Endrunde der Deutschen Meisterschaft kein „Kindergeburtstag“ war und die in diesem Jahr aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Oberliga-Schiedsrichter hatten vermutlich mehr zu tun, als ihnen lieb war. Das Spiel endete schließlich leistungsgerecht 1:1. Für beide Teams war noch alles drin.
Das vorentscheidende Spiel
In Vorlage mussten schließlich die Frankfurter gegen die SG Mittelmosel-Leiwen gehen. Eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe. Doch die Frankfurter behielten ihre aggressive Spielweise bei, foulten den stärksten Leiwener Spieler zweimal hart, sodass dieser letztlich verletzt ausschied. Die einen sagen „clever“, die anderen sagen „extrem unsportlich“. Von einem 113-fachen Bundesliga-Spieler der Frankfurter (Schur) darf man bei so einem Turnier mehr erwarten, als aggressives (Foul-)Spiel gegen den besten Spieler des Gegners. Leiwen zeigte sich entnervt, schenkte die Partie am Ende mit 0:3 her. Schon da mutmaßte man im Team der Eintracht: „Wenn das mal nicht ein Tor zu viel war.“
Das finale Spiel
Und so sollte es letztlich sein. Das folgende 3:1 gegen den zwar Tabellenletzten, aber dennoch sehr starken Gegner aus Lengerich war zu wenig. Das Tor zum 3:1 für den Norddeutschen Meister fiel drei Minuten vor Schluss. Nachspielzeit und Torchancen gab es auch noch. Hätte man in den Schlussminuten mehr Risiko gehen müssen? Vermutlich ja, doch eine Garantie auf den Titel bringenden vierten Treffer hätte auch das nicht gegeben. Die Chancen waren doch auch so da.
Das Fazit
So bleib die Erkenntnis: Wir haben alles richtig gemacht. Die Mannschaft, der Staff, die Fans waren auf den Punkt top motiviert. Alles um das Team war perfekt und professionell organisiert, Trainer und Spieler haben eine top Leistung gebracht und konnten erschöpft, aber glücklich die lange Heimreise zurück in die Grafschaft antreten. Jetzt gab es auch das eine oder andere Bier, welches nicht bis zum Heideweg reichen sollte, und am Ende die sichere Erkenntnis, den Grafschafter Fußball und den niedersächsischen und norddeutschen Ü50-Fußball würdig vertreten zu haben und wahrscheinlich den größten Titel in der Geschichte des Grafschafter Fußballs erreicht zu haben. So sehen wir es!
Das Team
Der 14-köpfige Kader:
Andreas Borzutzky, Andreas Monse, Sascha Ebert, Frank Heckert, Andreas Wedi, Henning Schmidt, Frank Schophuis, Marco Plickert, Ayhan Özkan, Dirk Collmann, Jorge Carvalho, Phillip Rasink, Victor Carvalho, Gert Goolkate.
Ergänzungsspieler auf Abruf:
Thomas Janssen, Luis da Costa, Michael Westerhoff, Carsten Palstring.
Betreuerstab:
- Physiotherapeutin und Motivatorin: Cathrin Lüke
- Trainer: Jochen Philipp
- Staff: Berni Deelen, Michael Siemer, Günter Oster, Daniel Fernandez
- Social Media (daheim): Michel Witte
Die Fans:
Die vielen Spielerfrauen in Berlin & die Eintracht-Familie im Livestream und Liveticker!