Nordhorner Oberliga-Fußballer spielen starke Saison und ziehen souverän in neue Liga ein
Die Mannschaft von Trainer Shefqet Lajci bewegte sich in der abgelaufenen Saison konstant in dem Tabellenteil, der zum Einzug in die eingleisige Oberliga Niedersachsen berechtigte. Der Eintracht-Coach zog ein positives Fazit: „Ich bin nicht nur zufrieden, sondern begeistert, angesichts der ganzen Probleme, die wir hatten.“
Die Oberliga-Fußballer von Eintracht Nordhorn haben in der Saison 2009/2010 vielen Problemen getrotzt und sich souverän für die eingleisige Oberliga qualifiziert. Der Grundstein für diesen Erfolg war die Heimstärke, die zum Beispiel auch der Meister TSV Havelse bei seiner 0:1-Niederlage am Heideweg zu spüren bekam.
Probleme: Verantwortliche, Spieler und Trainer mussten sich lange mit einer drohenden Insolvenz beschäftigen. Bis die „Kuh vom Eis“ war, vergingen Monate quälender Ungewissheit – und die fielen vor allem in die entscheidende Saisonphase. Ein Gehaltsverzicht der Spieler machte sich in den Ergebnissen ebenso wenig bemerkbar wie der enge Kader, der durch Verletzungen und Krankheit zum Teil weiter schrumpfte. „Ich bin nicht nur zufrieden, sondern begeistert, angesichts der ganzen Probleme, die wir hatten“, blickt Eintracht-Trainer Shefqet Lajci auf die Saison zurück und fügt abschließend hinzu: „Mehr kann man nicht erreichen.“ Der Fußball-Lehrer muss seit seinem Amtsantritt einen kontinuierlichen Aderlass auffangen, außerdem musste Lajci in der abgelaufenen Saison lange auf seinen am Kreuzband verletzten Torjäger Dennis Brode verzichten.
Stärken/Schwächen: Die Trumpfkarte der Nordhorner waren die Heimspiele: 33 von 45 möglichen Punkten fuhr die Mannschaft von Trainer Shefqet Lajci am heimischen Heideweg ein. Und es hätten noch mehr sein können, denn bei der 2:3-Niederlage gegen den VfB Oldenburg in einem begeisternden Spiel kassierten die Nordhorner nicht nur in der Endphase den entscheidenden Treffer. Die Gastgeber waren auch das Spiel bestimmende Team. Außerdem kassierte der Meister TSV Havelse eine von nur vier Saisonniederlagen im Nordhorner Eintracht-Stadion (0:1). So gut es am Heideweg lief, so schlecht war die Bilanz auf des Gegners Platz. In 15 Spielen sprangen nur 13 Punkte heraus – bei einem ernüchternden Torverhältnis von 22:39 Treffern. Die insgesamt hohe Zahl an Gegentoren (60) veranlasste den Eintracht-Trainer schon früh, den Aufbau einer neu formierten Viererkette für die neue Saison anzukündigen.
Entwicklung: Im Sturm hat Bertino Nacar einen großen Schritt gemacht. Der 21-Jährige hat sein bisweilen ungestümes Auftreten zugunsten einer abgeklärteren Spielweise abgelegt. Sturmpartner Oliver Temelkov, der lange weit entfernt schien von der Stammformation, bewies nach dem Ausfall von Dennis Brode, dass er mehr als ein Ergänzungsspieler sein kann. Das Mittelfeld ist die Schaltzentrale des Eintracht-Teams – und der am erfahrensten besetzte Mannschaftsteil, in dem Zoran Milosevic trotz seiner bald 43 Jahre erneut auf hohem Niveau spielte. In der Abwehrkette war der Kleinste der Größte: Sebastian Terdenge entwickelte sich im Zentrum zum ruhenden Pol und war wohl einer der konstantesten Akteure. Und nicht zu vergessen ist Youngster Dennis Thüroff, der sein Potenzial erkennen ließ.
Fazit: Die Nordhorner haben mit einem Minikader maximalen Erfolg gehabt. Sie schafften die Qualifikation für die eingleisige Oberliga vor allem auf Grund einer starken Hinserie und ihrer Heimstärke. Dabei ließen sich die Eintracht-Fußballer von einer zwischenzeitlich drohenden Insolvenz nicht aus der Bahn werfen.
Ausblick: In der eingleisigen Oberliga wird das Niveau steigen und die Nordhorner werden erneut mit einem veränderten Kader antreten müssen. Mit Dennis Brode, Nail Kaplan, Jakob Bensch, Torben Rattelsdorfer und Oliver Peschke sind aus dem ohnehin dünn besetzten Kader nochmals fünf Stammspieler ausgeschieden. Dem stehen bislang mit Ausnahme von Granit Curri (VfV Borussia Hildesheim) nur Zugänge gegenüber, die ihre Oberliga-Tauglichkeit noch unter Beweis stellen müssen. Nicht ohne Grund stellte Lajci daher in der vergangenen Woche klar, dass die Nordhorner personell noch zulegen müssen.
(Quelle: Grafschafter Nachrichten)
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